Achtsamkeit, Altersbewusstsein, Bewusstsein, Demenz, Pflege & Betreuung

Bin ich denn nur ein Egoist?

Die ganze Welt dreht sich um mich, denn ich bin nur ein Egoist. Der Mensch der mir am nächsten ist, bin ich, ich bin ein Egoist….(Falco)

Zugegeben, ich hinterfrage mein berufliches Tun.

Hinterfrage meine Beweggründe, meine Empathie und meine Ehrlichkeit.

  • Liegt mir tatsächlich so viel an den Gefühlen des betagten und hochbetagten Menschen?
  • Kann ich dem Menschen mit der Diagnose Demenz so entgegentreten wie es für ihn würdevoll ist? Spüre ich ihn genug?
  • Fühlt sich der Angehörige bei dem ich seine wunden Punkte erahne, von mir ausreichend verstanden?
  • Kann ich der Person die im Pflegedienst arbeitet die Unterstützung anbieten die sie möchte oder nur die Hilfe die sie braucht? Oder stülpe ich ihr ganz einfach meine eigenen Gefühle über?

An guten Tagen, ohne diesen Zweifel in meinen Gedanken, bin ich davon überzeugt genau das Richtige zu tun.

Erfahrungen und positives Feedback bei meiner Arbeit geben mir recht und lassen mich spüren wie sich Menschen mir gegenüber öffnen und sich mir anvertrauen.

Sie reagieren intuitiv auf das Gefühl dass ich ihnen vermittle, das Erkennen, dass sie von mir nicht bewertet sondern angenommen werden, genauso wie sie sind.

Kann ich mir wirklich sicher sein das Richtige zu spüren?

Vieles kann man lernen, auch ich lerne ständig dazu. Aus meiner Zeit im Pflegedienst nehme ich einiges an pflegerischer Kompentenz mit und trotzdem gebe ich ehrlich zu gibt es Begegnugen mit Menschen oder das Lesen so manchen Buches, dass mir bewusst macht wie vieles ich noch lernen darf.

Macht mich meine eigene Geschichte und das Wissen wohin man gelangen kann wenn man die eigenen Grenzen missachtet tatsächlich schon zu einer Expertin? 

Sind die schmerzhaften Erfahrungen aus meiner Geschichte heraus und mein Bemühen um meine Mitarbeiter im Pflegedienst tatsächlich meine Expertise?

Oder habe ich das marketing technisch gesehene Storytelling einfach nur verinnerlicht?

Ja an guten Tagen sehe ich in den Spiegel, sehe zwar meine Fältchen aber empfinde sie als Zeichen meines Lebens dass ich sehr gerne lebe. Ich sehe den einen oder anderen nicht mehr ganz so festen Muskel aber fühle mich wohl in meiner Haut genauso wie sie ist. Ich streiche durch meine langen Haare, fühle mich sehr weiblich und genieße es eine Frau mit 49 zu sein.

Und dann gibt es auch die schlechten Tage, wo ich Angst habe zu altern.

  • Wie wird es sich anfühlen wenn wenige Muskeln an meinem Körper fest und straff sein werden?
  • Wenn meine Haut schlaff wird und lange Haare alleine nicht mehr reichen um das Gefühl zu habe eine attraktive Frau zu sein?
  • Werd ich selbst mir meiner Weiblichkeit immer bewusst sein?
  • Oder werde ich davon abhängig sein wie mich andere wahrnehmen?

Wie sehe ich selbst einen alten Menschen?

Sehe ich ihn so wie er früher war oder reduziere ich ihn auf all diese Dinge die ich nur jetzt an ihm erkennen kann?

Steht nicht auch in meinen Augen Mitleid?

Für mich bedeutet, eine Vision zu haben, nichts Unrealistisches. Es ist ein Gefühl Dinge bereits so zu sehen wie sie sein könnten.

Ich sehe eine Zukunft die mit uns als alternden und vielleicht dementen Menschen würdevoll umgeht. UND wo diese Würde den Zu-Pflegenden genauso wie den Pflegenden entgegengebracht wird.

Keine Frage „Die Würde des Meschen ist unantastbar“, jemanden mit Würde entgegen zu treten bedeutet für mich auch sich selbst würdevoll zu behandeln.

Entspringt mein Bestreben nach der positiven Mitgestaltung unserer Pflegezukunft tatsächlich dem Wunsch anderen etwas Gutes zu tun oder bin ich doch nur ein Egoist, der aus Angst vor seiner eigenen Zukunft im Alter, handelt?

Vielleicht ist es unterm Strich gar nicht so wichtig. Denn welche Motivation kann stärker beflügeln als der Wunsch sowohl für andere als auch für sich selbst etwas mitzugestalten dass sich gut anfühlt?

Liebe kommt von Lieben und ich fange bei mir an,

mit ein bißchen Glück bist eines Tages Du ‚mal dran……

(Liedtext Falco)

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