Gedanken, Glaubenssätze, Offenheit,

ICH LIEBE ES, MICH ZU TRENNEN

Oh, wie schnell doch Missverständnisse entstehen können.

Ich liebe es mich von DINGEN zu trennen, nicht von Menschen.

Mit meinem Mann bin ich seit mehr als 30 Jahren zusammen und abgesehen von unserem ersten ½ Jahr, in dem wir uns gleich mehrmals getrennt hatten, verbindet uns sehr vieles.

Das „sich von Dingen trennen“ ist für mich tatsächlich eine Leidenschaft.

Ich weiß von Freundinnen, die sich nicht vom gefühlt 20. Stofftier ihrer mittlerweile erwachsenen Kinder trennen können.

Oder es nicht übers Herz bringen ganze Stapel von Kleidungsstücken der letzten 25 Jahre seiner wahren Bestimmung-dem Altkleider Container-zuzuführen.

Das Aussortieren geht bei mir meist sehr schnell. Handelt es sich um Kleidungsstücke dann gibt es meist drei Kategorien:

1. kommt sofort weg

2. wird noch getragen

3. hat noch eine kurze Schonfrist bis zum nächsten Mal

Ich muss zugeben, meine Familie teilt meine Trennungsfreude nicht wirklich.

Denn, so schnell ich bei meinen eigenen Dingen entscheide so möchte ich es am liebsten überall haben.

Bin ich beim Entrümpeln diverser Abstellräume, können schon mal Gegenstände anderer Familienmitglieder meinem Trennungswahn zum Opfer fallen.

Schlimm wird es dann, wenn mein Mann „vermeintlich“ Wichtiges nach Jahren zu suchen beginnt.

Das können ganz unterschiedliche Dinge sein:

Steckdosen

Griffe von alten Küchenkästchen

Alte Armaturen

Leisten

Kabelkanäle

Ventilatoren usw.

Da ich nämlich auch dazu neige Gegenstände, die im Moment nicht benötigt werden, möglichst gut zu verstauen, gibt es nach einigen Jahren zwei Möglichkeiten

  1. Ich habe das Objekt der Begierde bis zur Unauffindbarkeit versteckt
  2. Ich habe mich von besagtem Objekt längst getrennt und vergessen

Sorgen bereitet mir eigentlich nur, dass ich mich an bereits Entsorgtes tatsächlich nicht mehr erinnern kann. „Aus den Augen-aus dem Sinn“

Ich muss zugeben Entsorgen und Entrümpeln hat für mich etwas Befriedigendes.

Schubladen, Kästen oder gar Räume zu leeren fühlt sich für mich befreiend und wie ein Neuanfang an.

Ich habe die Möglichkeit Ordnung zu schaffen und Neues zu gestalten.

Altes mitzunehmen empfinde ich als Ballast.

Sich davon zu trennen verleiht mir ein Gefühl der Leichtigkeit.

Obwohl ich meine Eigenschaft des LEICHTEN TRENNENS hauptsächlich positiv empfinde, komme ich nicht umhin die Parallelen zu meinem Leben etwas kritischer zu betrachten.

Ist es nicht so, dass ich mich genauso leicht von Menschen in meinem Leben trenne?

Würde ich von mir selbst ausgehend den Kontakt zu Freunden und Bekannten aufrechterhalten?

Hege und Pflege ich meine Freundschaften?

Vielleicht klingt es schlimm aber ich muss zugeben nie das Gefühl zu haben Jemanden anderen zu brauchen.

Oft genieße ich es alleine zu sein.

Ganz so als würde ich mir selbst genügen.

Möglicherweise ist es Selbstschutz.

Wie viele andere, habe auch ich bereits als sehr kleines Kind einen Verlust erlitten.

Ich bin verlassen worden.

Bewusst kann ich mich nicht daran erinnern. Ich war erst 1 Jahr alt.

Aber ich denke es ist leichter zu glauben ich würde niemanden anderen brauchen als nochmals den Schmerz zu fühlen verlassen zu werden.

Verletzungen, die wir als Kind erlebt haben, lasten meistens schwer auf unseren Seelen.

Es ist unsere Überlebens Strategie, sich davor in Sicherheit zu bringen.

Für mich ist es sicherer keine gefühlsmäßigen Bindungen einzugehn-weder zu Menschen noch zu Dingen.

Meine Überlebens Strategie ist das Gefühl niemanden zu brauchen.

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