Wertschätzung

Ist meine Sichtweise vielleicht doch ein eingeschränktes Gesichtsfeld?

Vor kurzer Zeit, saß ich in einer kleinen, feinen Runde beisammen und wir sprachen über die Entwicklung unserer Zeit.

Wo entwickelt sich die Menschheit-wo entwickelt jeder einzelne hin?

Kommt es zu einem totalen Crash?

Können Menschen, bei denen sich ein Umdenken bemerkbar macht und ein neues Bewusstsein entwickelt, tatsächlich die Zukunft mitgestalten?

Manchmal verrenke ich mir förmlich mein Gehirn bei so vielen Gedanken.

Um aufrichtig zu sein, JA- ich halte mich für einen dieser Menschen, die versuchen um zu denken und ihr Bewusstsein weiter zu entwickeln.

Manche Sicht auf die Dinge ist jedoch oft unbequem, z.B. Wenn ich davon ausgehe, dass ich die Realität-also das was ich „als solche wahrnehme“, selbst gestalte. Dann gibt es keine unfreundlichen Menschen in meinem Umfeld, keine Drängler im hinter mir fahrenden Auto, keine unzuverlässigen Mitarbeiter…….

Ich erschaffe mir diese Dinge selbst. Und das aller Unbequemste an dieser Denkweise ist die ziemliche Gewissheit, dass ich diese Dinge wahrnehmen MUSS, weil ich selbst einmal so gehandelt habe. AUTSCH-das ist echt nicht leicht zu nehmen.

Mittlerweile weiß ich, dass viele Menschen diese und/oder ähnliche Sichtweisen haben.

Wir alle waren uns in unserem Gespräch sicher, wie wichtig es ist sich weiter zu entwickeln und offen zu sein für neue Erfahrungen.

Was ist nun aber mit jemanden der das nicht möchte? Der für sich selbst keinen Bedarf zur Entwicklung sieht.

Was passiert hier nun in meiner Denkweise? Sehe ich auf diesen Menschen herab-weil ich selbst mich doch für SO weiterentwickelt halte?

Meine Erfahrung und mein Gefühl sagen mir, dass wir alle mit einer Art Rucksack im Leben herumwandern. Ein Rucksack in dem all unsere Erlebnisse stecken. Ballast der uns oft daran hindert vertrauensvoll, glücklich und offen in unserem eigentlichen Leben anzukommen.

Für mich persönlich ist es richtig und gut in meinen eigenen Rucksack immer wieder hinein zu sehen und aufzuräumen.

Es darf aber auch genauso gut sein, dass jemand keinen Bedarf sieht in seinen Rucksack hinein zu schauen -oder meint gar keinen zu haben!

Wir müssen nicht alle das selbe Bedürfnis nach Entwicklung haben. Wer sagt uns vor allem, dass Veränderung oder Entwicklung, richtig und gut ist?

So viele Fragen!!! Und wie schon einmal erwähnt, verrenkt sich mein Gehirn.

Ich darf erkennen, dass jeder das Recht hat sein Leben so zu gestalten wie er es für sich richtig empfindet.

Das schließt meinen Mann mit ein, wenn er sich nicht „so bewusst“ ernährt wie ich es für richtig halte.

Das schließt meine Tochter mit ein, die in Zeiten der heißen Lernphasen ihres Studiums, Redbull trinkt, zu wenig schläft und so gar nicht auf sich achtet.

Das schließt meinen Sohn mit ein, der am Wochenende eine „Tag und Nacht Umkehr“ genießt, weil er bis Früh Morgens, unterwegs ist.

Das schließt meine Mutter mit ein, die sich trotz meines Rates, keinen „besseren-ganzheitlichen“ Arzt sucht.

Und es schließt meine Klienten in Pflegeberufen mit ein, die vielleicht für sich selbst keinen Änderungsbedarf sehen.

Welcher Größenwahn sich anzumaßen, ich wüsste was für andere das Beste ist.

„Jeder Mensch ist ein Universum. 

Wir können nicht stillstehen.

Wir haben nur zwei Möglichkeiten: zu schrumpfen oder zu wachsen.“

Es ist meine Überzeugung, dass jeder das unbedingte Recht hat, für sich selbst zu entscheiden OB und WANN er etwas verändern möchte.

Manchmal, so scheint es mir, ist die eigene Sichtweise doch auch ein eingeschränktes Gesichtsfeld

 

 

 

 

 

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