Pflege & Betreuung

Was ist es, dass ich so gerne verbergen möchte?

Das Ego ist ein Geist der Angst hat zu sterben.

(Moji)
Gerne möchte ich euch von einer Übung aus einem meiner letzten Seminaren erzählen.
Schon bei den ersten Unterweisungen seitens unserer Trainer, spürte man das leise Unbehagen, dass sich bei dem einen oder anderen breit machte.
Wir wurden informiert, dass wir unser Abendessen, ausgestattet mit Augenbinden, „blind“, einnehmen würden.
Um uns das Auffinden unserer Plätze zu erleichtern, mussten wir uns in einer Reihe aufstellen und wurden dann von helfenden Händen, zu unseren Sitzplätzen geleitet.
Um ehrlich zu sein, war ich recht froh jemanden hinter und mit mir am Tisch zu wissen, den ich schon ein wenig besser kannte!
Das Essen an sich, wurde wie vermutlich erwartet, ein interessantes Erlebnis, nicht so schwierig wie ich mir vorgestellt hatte und vor allem sehr lustig.
Abgesehen von der Anstrengung an sich, ohne etwas zu sehen, genug auf die Gabel zu bringen, um davon satt zu werden und nur soviel Wasser ins Glas zu gießen, dass nicht auch der gesamte Tisch mit einbezogen wird, wurde an unserem Tisch viel gelacht.
Für mich war es, nach dem das erste Unbehagen verklungen war, eine angenehm zwanglose Atmosphäre, unsere Gesprächsthemen waren vielleicht nicht ganz „tischfein“ aber vermutlich unter dem Schutz der Blindheit, einfach nur lustig.(möglicherweise auch für die ringsum „nicht-Blinden“)
Nach dem Essen durften wir die Augenbinden abnehmen, hatten aber die Aufgabe, die Zeit bis zum weiteren Verlauf des Seminars, stumm zu verbringen.
Soweit ich mich erinnere, haben einige von uns sich Plätze in der Nähe, verbunden mit der Natur gesucht.
Ich kann heute nicht mehr sagen was es war.
Es hat mich etwas so tief betroffen, so unendlich traurig gemacht- ich weiß nur, dass ich meine Tränen einfach nicht mehr zurückhalten konnte. Auch als wir uns alle wieder im Seminarraum eingefunden hatten, war es mir kaum möglich diesem Gefühl Herr zu werden, selbst jetzt, 4 Wochen später, kann ich es genauso wieder spüren.
Wann genau ich den anderen mitteilen konnte, was in mir vorging, weiß ich, ehrlich gesagt, nicht mehr.
Aber ich kann mich ca. an meine Worte erinnern.
„Ich wünschte mir ich und auch die anderen,wären immer blind- es fühlt sich irgendwie leichter und unbeschwerter an, wenn wir nichts sehen, dieses Gefühl nicht für andere etwas darstellen zu müssen, macht es viel leichter“
Was ist es, dass ich so gerne verbergen möchte?
Ich stehe zu diesen Gefühlen. Natürlich möchte ich NICHT wirklich blind sein und wünsche es keinem von uns, jedoch muss ich mir eingestehen, dass es für mich oft so viel wichtiger ist, wie mich andere sehen.
Das Ego ist ein Geist der Angst hat zu sterben
Ja vermutlich ist es genau das.
Mein Ego spielt eine so große Rolle.
Wie kann ich lernen, dass die Sache für die ich stehe, mein beruflicher Weg und alles was damit verbunden ist, wichtiger ist als wie mich mein Gegenüber wahrnimmt?
So vieles habe ich in den letzten Jahren gelernt und werde noch viel mehr lernen, manches tut weh und trotzdem bin ich überzeugt, dass diese Erfahrungen wichtig sind auf diesem-meinem Lebensweg.
Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeitihrer Träume glauben.
Eleanor Roosevelt

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