Pflege & Betreuung

Ist 80+ wirklich erstrebenswert?

Die Kunst besteht darin, jung zu sterben, dass aber so spät wie möglich

(Reinhard Wandtner, deutscher Journalist).

Wie oft habe ich von Menschen schon gehört „ich werde 100!“

Meine Frage lautet dann:„und wie möchtest Du dann, dass mit Dir umgegangen wird?“

Natürlich gibt es immer jemanden der bis ins hohe Alter zuhause leben konnte und vielleicht keinerlei Pflege und Betreuung benötigt hat. Gehören meine Eltern, Großeltern oder ich selbst dazu? Und was, wenn nicht?

Betrachten wir doch einmal, wie in unserer derzeitigen Gesellschaft, mit dem Thema Altern und Tod, umgegangen wird. Sehen wir noch das Leben, dass der Mensch geführt hat, seine Leistungen, seine Freude die ihn begleitet hat? Oder reduziert sich das Leben nur mehr auf die Defizite?

Den Alterungsprozess so lange wie möglich hinaus zu zögern, scheint ein weit lukrativeres Geschäft zu sein, als sich mit dem DANACH, zu beschäftigen.

Zur Zeit hängt an vielen Pflegebetten, im wahrsten Sinne, die Stoppuhr. Leistungserfassung, Pflegezeitbemessung, Zeitdruck und vieles mehr, sind nur einige der Begleiter für hoch motiviertes Pflegepersonal, ins burnout.

Unser Bild und der Wert des Alterns, muss sich wohl grundlegend ändern, wenn wir für  unsere Angehörigen und uns, nicht die Pflege erhalten wollen, die uns zum aktuellen Zeitpunkt noch Angst macht.

Moderne Pfleg Einrichtungen mit innovativen Ideen brauchen jede Unterstützung, Pflegepersonal benötigt Schulungen und Seminare, die sich auch mit ihrem Selbstwert und ihrer Eigenverantwortung auseinandersetzt. Wer seinen eigenen Wert kennt, kann den von anderen respektvoll begegnen.

Wertschätzende und ethisch vertretbare Pflege und Betreuung darf keine Vision bleiben. Sie muss lebbar und finanzierbar werden. Das sind wir uns, unseren Eltern und den Generationen die nach uns kommen, einfach schuldig.

Bei realistischer Einschätzung ist mir wohl bewusst, dass ich nicht von heute auf morgen  die Welt retten werde und auch unser Pflegesystem wird nicht über Nacht veränderbar ist.

Was ich tue? Im Moment baue ich Kontakte zu den verantwortlichen Menschen in Pflegeeinrichtungen auf, die an neuen Wegen interessiert sind und Entscheidungen treffen.

Mit meiner Idee der ganzheitlichen Entspannungs- und Impulsarbeit für Menschen in Betreuung, mit dem Ziel der Unterstützung zum Annehmen-für sich und ihre Situation, setzt ich einen ersten Schritt. Es ist ein erster Schritt, der mich den hauptsächlich betagten Menschen wieder sehr nahe bringt, fast hätte ich vergessen wie gerne ich im Aussendienst der Pflege mit ihnen gearbeitet habe.

Ich spüre wieder diese Neugierde auf das Leben und die Geschichten hinter dem Gesicht des „Alters“. 

Gerne erzähle ich Dir beim nächsten Mal näher darüber. Für heute ist erst einmal Schluß, ich muss die vielen Eindrücke der letzten Tage erst im Gedanken ordnen um sie dann mit Dir teilen zu können. 😉

bid dahin verbleibe ich mit wertschätzenden Grüßen

Deine Michaela

Tue nie etwas, von dem du nicht willst, dass man es dir tue.

(Konfuzius 551-479 v.Chr., chinesischer Philosoph) 

 

 

 

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